Irgendwann gehen wir alle mal…

Und wieder einmal werde ich vom Leben tief berührt. Der Tod erinnert mich an mein Leben. Meine Patentante ist gestorben. Nicht plötzlich und auch nicht unerwartet, denn sie war bereits 93. Was für ein stattliches Alter.

Als mich die Nachricht erreichte, war ich dennoch sehr erschüttert. Denn Menschen sind einfach so selbstverständlich da und wenn sie weg sind, merkt man erst, dass eine Lücke entstanden ist. Und so beschloss ich mich ganz und gar der Traurigkeit über den Tod meiner Tante hinzugeben. Ich setzte mich auf mein Sofa, und war erst mal voller Traurigkeit und Bestürzung über diese Nachricht.

Ich schloss die Augen und fühlte einfach, während ich an meine Tante dachte. Aber es kam anders….Ich spürte plötzlich, wie sich dieser Schmerz auflöste und sich in Frieden wandelte. Frieden ist nicht das richtige Wort. Eigentlich kam das Wort: release! Meine Tante war Engländerin! Ich denke in Deutsch, und ich habe nicht mehr viel Gelegenheit, Englisch zu sprechen und so wußte ich auch nicht gleich die Bedeutung dieses Wortes. Nur eine Ahnung, aufgrund meines Gefühls: Es bedeutet: Befreiung, Los lösen!
Zuerst habe ich gedacht, ich könnte meinen Schmerz und meine Trauer nicht fühlen, aber das war nicht so. Ich hatte von ihr die Information bekommen: release….und es fühlte sich wirklich befreiend an. Ich denke, nach 93 Jahre leben ist es ihr wahrscheinlich auch genug gewesen! So war mich auch nicht nach Weinen zumute, denn ich fühlte, es war einfach nur mein Ego, dass das jetzt fühlen wollte, es aber keinen Grund zum Weinen gab. Warum sollte ich weinen, wenn es ihr doch jetzt gut geht, sie sich befreit hat vom engen Körper, der nicht mehr voll funktioniert hat? Ja, ich konnte nicht weinen! Das fühlte sich fast so an, als wäre es mir gleichgültig, bzw. wollte mir das mein Kopf einreden, denn gefühlt habe ich „Befreiung“! Auch meine Erlaubnis, nicht traurig sein z müssen. Eine sehr neue und intensive Erfahrung für mich. Wobei sie nicht so neu ist, eher, dass ich zu sehr an dem gezweifelt habe, was ich fühle! Doch jetzt denke ich, kann ich wieder vertrauen. Und es war ihre Nachricht, mir zu sagen: Sei nicht traurig, ich bin frei und erlöst!

Und so verbrachte ich einen Tag, der für mich zwar ein bisschen zwiegespalten war, der Kopf sagte: sei Traurig und mein Herz sagte: es ist alles gut, so wie es ist!
Und damit war ich wieder mit meinem Leben „konfrontiert“. Eher dem Sinn, meines Lebens! Irgendwann gehen wir alle mal. Aber was machen wir mit der Zeit BIS wir gehen?

Könnte ich jetzt in diesem Moment aus dem Leben gehen und alles wäre gut? Habe ich meine Gaben, die ich auf die Erde gebracht habe, eingebracht und gelebt? Oder habe ich ständig nur auf andere gehört, die mir gesagt haben, wer ich bin und was ich tun soll? Ich wäre nicht bereit zu gehen, denn ich habe das Gefühl, dass ich jetzt erst so richtig anfange, meine Gaben und damit mich selbst zum Ausdruck zu bringen.
Ich schaue mir viele Webinare an. Das sind Videos von Menschen, die andere an die Hand nehmen und sie ein Stück in ihr eigenes Leben begleiten. Ja und immer wieder ist da mal etwas dabei, das tief geht. Nur habe ich oft das Gefühlt, dass viele sich so hinstellen, als wären sie fertig, der Weg ein Klacks und alles ist ganz einfach…Das gibt ein völlig falsches Bild! Das bringt viele dazu, sich am Anfang zu sehen, wo sie doch schon gerne auch am Ziel wären…und diese Lücke lässt dich im Schmerz zurück!
Ich denke, jeder der sich auf den Weg begibt, seinem Herzen zu folgen, der versucht, sich anders in eine Gesellschaft einzubringen, als es gewöhnlich ist (fester Job, Heiraten, Kinder bekommen, einen Hund, ein Haus und glücklich bis in alle Ewigkeit), hat es erst einmal eher schwer. Andere die ihn „Verantwortungslos“ nennen, ist die kleinste Hürde. Die größte Hürde ist vom Verstand ins Herz zu kommen, wirklich da zu sein und zu fühlen, was du wirklich vom Leben möchtest! Was genau brauchst du, was ist da und wie bringst du das alles in Einklang mit dir und deinem Leben? Die finanzielle Seite ist dabei meistens der Grund, warum viele lieber nicht diesen Weg gehen….denn damit verlierst du deine „Sicherheit“. Obwohl du sie nie hattest! Denn die gibt es auch nicht, wenn du einen Job hast.

So fängt ein Weg einfach manchmal an. Bei mir, als ich inbrünstig sagte, laut aussprach und dieser Wunsch tief aus mir heraus kam: „Ich will meinem Herzen folgen“….da verlor ich meinen Job und mein Freund verabschiedete sich von mir…doch war das alles stimmig, wenn auch hart zu fühlen! All das hatte nichts damit zu tun, dem Herzen zu folgen, es waren Sicherheiten und Gewohnheiten…schön (die Beziehung, die Arbeit war nicht mal das), aber nicht Vollgas! Ich gebe heute auch noch nicht Vollgas! Auf dem Weg ins Herz kommen oft Selbstzweifel auf, und allzu gerne möchte ich manchmal wieder zurück auf den „normalen“ Weg, aus Sicherheitsgründen. Aber dann kann ich wieder spüren, wie eng das alles ist und warum ich diesen Weg verlassen habe…weil er leer ist! Dieser Weg hat mich leer gemacht, er hat mir meine Kreativität genommen, meine Freiheit, zu entscheiden, wer ich sein will. Und ein ganz großer Punkt: Ich will nicht irgendwann in Rente gehen, einen Job verlassen, den ich einfach nur gemacht habe, um das Geld zu haben, das ich zum „Leben“ brauche und dann auf’s Abstellgleis gestellt werden. Denn das Wissen, das ich in der Arbeit angehäuft habe, ist dann für nichts mehr nützlich. Nicht einmal als Berater…denn da kommen junge Menschen nach, mit ihren Ideen, ob gut oder schlecht…

Ich habe was zu sagen! Und nicht nur bis ich in Rente gehe! Ich möchte Menschen begleiten, sich selbst zu finden, ihr Glück zu finden! Nicht weil ich so weise bin, nein, weil ich meine Erfahrungen teilen möchte…mein Leben berührt mich jeden Tag, mal so und mal so. Es gibt Tage, da stecke ich fest, meistens an Tagen, an denen ich mich verkopfe und mein Leben regeln will, auf die herkömmliche Art. Und es gibt Tage, da bin ich im Herzen und kann fühlen, wie leicht es ist. Im Kopf bin ich immer in der Zukunft, im Herzen bin ich im Jetzt! Aber an manchen Tagen, fällt es mir eben schwer im Jetzt zu sein. Die Kunst aber an der Geschichte ist, sich deswegen nicht zu verurteilen, sondern dann ganz bewusst einen liebevollen Umgang mit sich zu leben! Sich selbst für diese zerstörerischen Gedanken zu vergeben, sich in den Arm nehmen, sein inneres Kind fragen: „Was können wir beide jetzt tun, damit es uns besser geht?“ Gestern war es: „Tu einfach nichts“ Ja und das habe ich dann auch, aber auch das viel schwer.
Was ich damit sagen will, ist, dass wir leichte und schwere Tage haben, aber alles macht einen Sinn. Denn wir können daraus nur gewinnen, indem wir zumindest versuchen, alles anzunehmen! Alles, aber auch alles, was dir „passiert“, ist FÜR dich! Du machst oft ein Drama daraus, statt den Schatz zu bergen, der dir eigentlich gereicht wird! Sehe die Gabe dahinter! Damit gibst du den Widerstand auf und Widerstand bremst uns ständig im Leben!

Je mehr du dich dir selbst hingibst, je mehr wirst du fühlen, wer du bist! Und wenn du weißt wer du bist, stehen dir alle Türen offen!

Ich will dir nicht von Oben herab Lektionen erteilen, ich will mit meiner Reise inspirieren, deine Reise anzutreten. Es gibt niemanden, der sagen kann, er hat es geschafft und er ist schon da, denn das Leben ist eine unaufhörliche Reise zu dir selbst. So ist jeder „Lehrer“ selbst nur auf seinem Weg! Und für mich ist der Titel „Lehrer“ immer ein wenig damit behaftet, das er vor dir steht und nicht bei dir! Und ich will bei dir stehen! Ich kann dir nichts abnehmen, denn dein Weg ist dein Weg! Aber zusammen ist alles ein wenig leichter!
Und so ist es mit allem! Wenn wir uns gemeinsam um etwas kümmern, etwas pflegen, auf uns gegenseitig aufpassen, dann geschieht immer ein kleines Wunder…das schon lange existiert, aber wir haben es leider ein wenig aus den Augen verloren….steht wieder zusammen und nicht nur in der Not!
112.03 Wunder
Das alles macht unser Leben reich, alles zu sehen, anzunehmen, und uns gegenseitig zu helfen, ob in der Arbeit oder als Nachbar, als Freund…aber immer als Mensch, der gerne in und mit einer Gemeinschaft lebt!

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Tag, öffnet die Augen für die Schönheit, die euch heute wieder gegegnen wird!
Von ganzem Herzen eure Nicola

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