Spieglein Spieglein an der Wand….

Ich frage mich, wann man bei sich angekommen ist. So viele Menschen wünschen sich, anders zu sein, als sie es gerade sind. Und meistens sind sie sich nicht gut genug. Und diese Schere zwischen dem, was man gerade ist und dem wie wir gerade sein möchten, macht uns traurig und unglücklich….und bringt uns erst recht nicht zu uns selber!
Aber oft, auf dem Weg nach der Suche nach uns, wollen wir aber auch kein Risiko eingehen. Das fängt mit ganz banalen Dingen an.
Da geht man auf ein Konzert, die Musik und die ganze Atmosphäre ist einfach nur anregend, prickelnd und du bist voller Freude. Die Musik reißt dich mit! Und was tust du? Du bist damit beschäftigt, darüber nachzudenken, was die anderen denken, wenn du jetzt in diesem Augenblick dich dem allem hingibst und komplett alles raus lässt, was du gerade fühlst! Dabei ist ja das noch nicht mal ein Risiko. Wovor haben wir wirklich Angst?

Neulich, ein wirklich schöner Musikabend, mit Gitarre und zum mitsingen, ich war begeistert! Es war so schön warm, ein laues Lüftchen, eine superschöne Kulisse am Fluß mit Weiden…und die untergehende Sonne! Ein wahrlich perfekter Moment! Ich war eigentlich nicht zu meinem Vergnügen da, ich habe dafür gesorgt, dass die Gäste ein leckeres Essen bekommen und so haben wir gekocht, Salate gemacht und waren damit den ganzen Tag beschäftigt. Aber ich hatte trotzdem mein Vergnügen, bei den Vorbereitungen, auch als die Gäste kamen und die Musik anfing zu spielen. Es war immer so viel Zeit, dass ich auch nach Draußen gehen und dabei sein konnte! Jedes Lied nahm mich in seine Stimmung mit. Ich habe mich umgesehen, bei den Gästen, und man konnte ihnen nicht die Freude ansehen, falls sie welche hatten. Also nicht alle, aber für meinen Geschmack viel zu viele! Die Musiker machten ihre Späße und selbst das schien an einigen abzuprallen, was meiner Freude aber keinen Abbruch tat. Zwischendrin sammelte ich die leeren Gläser und Geschirr ein, selbst das machte mir richtig Freude und ich tat es wirklich gern. Mich „erschreckte“ nur bei zwei oder drei Gästen, wie herabwürdigend sie mir ihr Geschirr herüber reichten, nachdem ich fragte, ob ich schon etwas mitnehmen kann. Einen Blick würdigte man mir…eine schrägen. Das hätte meine Stimmung trüben können…tat es aber nicht! Einfach aus dem Grund, dass ich mir in diesem Augenblick einfach gut genug war!

Es mag sein, dass es Leute gibt, die herabwürdigend auf andere Menschen schauen, weil sie „niedere“ Tätigkeiten machen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass man sie gerne tut! Ich habe, wie ich schon erwähnt habe, 18 Jahre in einem Sanitätshaus gearbeitet und das an der Seite meines Chefs…also ganz weit „Oben“! Nur leider hat mich das nicht mehr glücklich gemacht, ganz im Gegenteil, es hat mich eingeengt und platt gemacht. Jetzt habe ich etwas gefunden, was mir Freude macht! Sicher verdiene ich nicht mehr so gut, wie in einem Büro! Aber Geld ist, weiß Gott, nicht alles!

Wer sich finden will, muss sich suchen gehen! Aber wir müssen nicht nach einer besseren Version von uns suchen, denn wir waren schon immer die beste Version von uns, von Anfang an! Nur durch viele Verbote und Zurechtweisungen haben wir vergessen, wer wir sind. Aber wir finden uns immer im Augenblick, in dem wir uns selbst und einer Situation Aufmerksamkeit schenken!
Wenn ich meine Artikel schreibe, frage ich mich immer wieder, wie ein Wort geschrieben wird und man hat ja „Rechtschreibprüfung“ die gleich alles rot unterstreicht, sodass man ja nicht alles wissen muss. Die erkennt aber nicht alle Fehler. Und mittlerweile ist es mir egal, ob ein Fehler in meinem Text ist. Ich lese ihn zwar meistens noch ein oder zweimal durch…aber eher um den Inhalt zu prüfen, ob der für mich stimmt und ob er verständlich ist. Wir machen aus so vielem einen Hermann! Als meine Kinder noch in der Grundschule waren, mit 3 Jahren Altersunterschied, habe ich 3!!! Rechtschreibreformen mit meinen Kinder mitmachen „dürfen“! …Irgendwann waren wir alle drei einfach nur verwirrt und ich genervt! Und ganz ehrlich, bloß weil irgendjemand sagt, ab morgen schreiben wir „so ein Scheiß“ so: so ein Scheiss, heißt das immer noch nicht, dass es sinnvoll ist. Morgen kann es schon wieder ganz anders sein…wie es eben gerade einer Person beliebt..Und ich schreibe so, wie ich es für richtig halte, das habe ich für mich entschieden.

Das sind alles Dinge, mit denen man uns beschäftigt, um uns vom Wesentlichen fern zu halten…von uns selbst! Und wer ist die wichtigste Person in deinem Leben? DU! Kein anderer.

Immer wenn ich ein inneres zusammenzucken verspüre, weiß ich, da stimmt etwas nicht für mich!
Manchmal weiß ich nicht gleich, was es ist, aber ich beobachte es eine Weile, ich habe aufgehört, dieses Gefühl zu ignorieren! Dieses Bauchgefühl haben wir alle! Nur glauben wir nicht mehr daran! Und genau dieses Bauchgefühl sagt uns aber, ob etwas gut oder schlecht für uns ist!
Kennst du den Spruch aus deiner Kindheit noch: „Stell dich nicht so an!“ Wenn du etwas nicht tun wolltest…da wurdest du gezwungen, dein Bauchgefühl zu ignorieren und das tust du heute unter Umständen noch.
Und so sind Begegnungen mit anderen Menschen einfach ein wunderbarer Spiegel für dich! Denn eigentlich begegnest du dir immer nur selbst!
Wir lassen uns so oft von anderen Menschen manipulieren und unsere kleine Stimme, unser Bauchgefühl, sagt uns…da stimmt was nicht…und wir hören nicht zu! Erst nach einer ganzen Weile, stellen wir das fest, was diese Situation eigentlich mit uns gemacht hat, als wir schon in der „Falle“ gesessen haben.
Ich bin mittlerweile sehr achtsam, wenn mein Gefühl mit mir spricht, wenn auch nicht immer, aber immer öfter 😉 . Ich stehe für mein „Recht“ ein. Oder sagen wir, auf mein Recht, selbst zu entscheiden, was für mich gut ist. Da ist dann auch schon mal ein „Nein“ drin…aber eine Frage hat ja immer mindestens 2 Optionen, und wer eine Frage stellt, muss mit jeder Antwort rechnen!
Wann immer ich einen anderen Willen über meinen stelle, wird es in mir ungemütlich! Und jetzt bin ich ein Stück weiter, denn vor einiger Zeit, habe ich das immer wieder gemacht und mich selber dabei vergessen…dementsprechend kam auch ein mieses Gefühl in mir auf! Jetzt erscheine ich vielleicht das ein oder andere Mal egoistisch und vielleicht bin ich das auch, aber warum soll ich mich verbiegen, damit ein anderer gerade gehen kann? …Eine meiner Lieblingskarten! 😀

Ich muss niemand auf meine Schulter nehmen und ihn über das Wasser tragen, damit seine Füße trocken bleiben! Ich nehme ihn gerne an die Hand und halte ihn, während wir den Fluss gemeinsam überqueren, aber nichts anderes mehr. ….Augenhöhe!

Oft, wenn ich über bestimmte Situationen nachdenke, die sich so ereignen, frage ich mich schon hin und wieder, ob ich lieblos bin. Aber das bin ich nicht, das ist auch so eine Falle!
Bloß, weil ich nicht tue, was ein anderer von mir möchte, bin ich nicht lieblos! Wo kommt das her? Aus der Kindheit!! Wenn du nicht tust, was deine Eltern dir sagen, bist du ihre Liebe los! Du selbst aber hast deine Eltern immer geliebt. (Deine Eltern dich sicher auch, aber sie haben sie dich nicht spüren lassen, waren kalt oder abweisend und das war für dich der klare „Beweis“, dass dich deine Eltern eben nicht lieben!) Was für ein bescheuertes Muster!

Sich und seine Situationen anzuschauen, ohne sich dabei zu verurteilen, ist der Weg sich zu entdecken. Verurteilung entfernt dich von dir selbst und jedem anderen! Dann bist du wieder die Version, die verbessert werden muss und es entsteht diese Lücke zwischen „Lieschen 1.0“ und „Lieschen 2.0“….! Wenn dich jemand manipuliert, dann ist er derjenige, der lieblos ist, denn er suggeriert dir etwas, damit du tust was er von dir will….ja das ist lieblos, denn würde er dich lieben, würde er wollen, dass du dich zu deinem besten Wohl entscheidest!
Ich glaube wir wollen nur erkennen wer wir sind, denn wir sind schon….Die Bedeutung dieser Worte ist mir auch erst seit Kurzem erst so richtig klar geworden! Es ist immer noch das „Gut und Böse Spiel“. Lässt du jemand „böse“ sein, bist du einfach nicht in deiner Kraft, das ist auch schon alles! Wärst du in deiner Kraft, könnte keiner mit dir dieses Spiel spielen. Das ist auch genau die Situation jetzt, weltweit…wie im Kleinen, so im Großen! Auch ein wunderschöner Spiegel… unsere Gesellschaft! Nicht aber, um zu verurteilen, nur zum anschauen…man kann sein Spiegelbild nicht kämmen….wie weise diese Worte! ( Leider nicht von mir, sonst gäbe es schon längst eine Karte )

Also kann auch niemand an etwas „Schuld“ sein, außer du selbst! Die Welt die du dir erschaffst, ist die Welt deiner Gedanken und deiner Handlungen, nichts anderes. Es gibt Faktoren, denen du erlaubst, deine Gedanken und Handlungen zu beeinflussen, sicher, aber was du daraus machst, ist immer nur deine Idee von Vielen! Darum können sich Menschen beim servieren der Gäste, beim putzen eines Klo’s, gut und andere, die in den obersten Etagen eines Konzerns sitzen, sehr schlecht fühlen! DEIN Blickwinkel, DEINE Priorität…alles DEINS durch einen Blick in den Spiegel leichter zu durchschauen…
Ein Blick in meinen Spiegel sagt mir, dass ich kleine müde Augen habe und das es Zeit ist, sich gemütlich ins Bett zu legen und sich ein paar schöne Träume zu gönnen…. 😀
Und das wünsche ich euch jetzt auch…schöne Träume…
…und wenn ihr morgen in den Spiegel schaut…schaut mal richtig hin….da steht ein wundervoller Mensch, auch wenn die Haare zersaust sind….schau mal gaaaaanz genau hin! 🙂
Von ganzem Herzen eure Nicola

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.