Wieso schon wieder?

Das ist eine Frage die sich, denke ich mal, jeder irgendwann gestellt hat oder sich gerade stellt.
Da gibt es eine Situation im Leben, die einem das Leben nicht gerade erleichtert, ja sogar zu den tiefsten Tiefen führen kann.

Und dann schafft man es irgendwie da wieder raus und ist froh, das hinter sich gelassen zu haben.
Es vergeht etwas Zeit und plötzlich findet man sich genau wieder in der selben Situation, mit anderen Menschen und auf einer anderen Bühne! Wie kann so etwas passieren?
Damit beschäftige ich mich gerade.
Ich habe mich noch nie besonders zu autoritären Menschen hingezogen gefühlt, und nun bin ich schon wieder in der Situation, einen Vorgesetzten zu haben, der in meinen Augen absolut autoritär ist und ich meine Probleme damit habe, damit umzugehen.
Ich hatte keinen Vater der autoritär war, aber einen Bruder, der mir immer wieder gezeigt hat, wer das Sagen hat, nämlich er! Und ich weiß nicht ob ich das nur heute noch so empfinde, oder ob es tatsächlich so war, lies er keine Gelegenheit aus, wenn meine Eltern nicht im Haus waren, uns, mich und meinen anderen Bruder seine Macht spüren zu lassen.
Und hier, denke ich, ist eine der Ursachen dafür, dass ich mit Autorität nicht umgehen kann. Ich habe meinem Bruder schon x-mal dafür vergeben, denn er hat auch nur das getan, was er aus seiner Sicht tun musste. Aber anscheinend ist das nicht genug, um nicht mehr in solche Situationen zu kommen.
Wenn ich meine Situation mit Abstand betrachte, merke ich, dass ich mich minderwertig und klein fühle in Gegenwart solcher Menschen! Ja warum eigentlich? Sicher hat mein Chef viel Wissen über den Arbeitsbereich, da er den Job ja auch schon einige Jahre macht und auch einschlägig dafür eine Ausbildung genossen hat.
Ich dagegen bin absolut nicht von der Branche, bin knapp 3 Monate dabei und von mir wird erwartet, dass ich Prozesse verstehe, von denen ich keine Ahnung habe. Aber ich WILL verstehen und gute Arbeit leisten. Mittlerweile habe ich tatsächlich richtig Angst einen Fehler zu machen, da ich mit Gesprächen rechnen muss, bei denen mir klar gemacht wird, dass ich viel zu wenig gelernt habe und bei mir das Gefühl hochkommt, nicht wirklich gut genug zu sein. Aber es wird mir auch nicht wirklich ausgiebig erklärt, nur immer das nötigste, so wie es gerade die Zeit erlaubt. Das alles ist kein Vorwurf! Nur meine Sicht der Dinge. Es geht auch nicht darum einen „Schuldigen“ zu finden, nein, es geht darum, die Situation zu meistern. Anscheinend habe ich die Lektion aus der Art solcher Situationen noch nicht verstanden, sonst gäbe es sie nicht in meinem Leben!
Also frage ich mich, was ich ändern muss, damit ich solche Situationen nicht mehr in mein Leben ziehe.
Ich rede auch nicht davon, dass sich alle anderen ändern müssen, sondern für mich die Verantwortung zu übernehmen, und zu erkennen, dass diese Situationen von mir geschaffen werden, durch etwas, das mir noch nicht bewusst geworden ist.
Bei meinem Bruder war ich machtlos, er war größer, stärker und ich versuchte ihm die Stirn zu bieten, aber es war sinnlos. Die Situation endete damit, das ich weg ging und verärgert war, der Verlierer eben.
Das ist immer noch meine Strategie und daran muss etwas falsch sein, oder an der Einstellung, solchen Menschen machtlos ausgeliefert zu sein. Falsch ist vielleicht nicht das richtige Wort. Aber ich habe es noch nie anders versucht! Das Vertrauen in mich ist immer zu tiefst erschüttert, bei solchen Begegnungen und meine „Kleinheit“ kommt zum vollen Ausdruck!
Jetzt ist es an der Zeit, sich dem zu stellen, denn ich habe auf solche Situationen einfach keine Lust mehr! Auch wenn ich jetzt noch nicht die Lösung habe, aber so habe ich doch eine Idee, wie ich dem ganzen die Kraft nehmen kann! LERNEN, STEHEN ZU BLEIBEN!
Ja genau, einfach nicht anfangen alle Fehler bei sich zu suchen! Wenn auch immer etwas schief läuft, suche ich erst den Fehler bei mir! Und im nach hinein, über viele Jahre zurückschauend, stelle ich fest, dass ich immer so weit zurück gewichen bin, damit andere viel Platz für ihr Ego und ich fast keinen mehr hatte. Und dabei erkannte ich eben auch, dass jeder seinen Anteil an solchen Situationen hat, nicht nur ICH!!. Es mag sein, dass es Menschen gibt, die in einer Facette wirklich gut sind, aber das sind wir alle! Das gibt aber niemandem das recht, sich über dich zu stellen und dich komplett in Frage zu stellen! Und du selber musst dir das auch nicht antun! Erkenne, dass du vielleicht einen Schwachpunkt hast, und nehme ihn an, den hat doch auch jeder! Wir alle haben unsere Fähigkeiten, und jeder auf seine Art und Weise ist ein absolutes Unikat. Es gibt nicht einen Menschen auf dieser Erde , der genau so ist wie du, der die Welt mit deinen Augen betrachtet. Somit hat jeder sein eigenes Universum mit einer Schnittstelle zu jedem anderen Universum!
Was also bitte, sollte an mir oder dir nicht stimmen?
Ich glaube es geht um das Gefühl, sich in der Gegenwart von solchen Menschen nicht ins Boxhorn jagen zu lassen! Und in manchen Fällen ist es nicht einmal ein Angriff, nur du empfindest es so, weil es ein Muster aus der Vergangenheit ist! Versuche es mal nicht persönlich zu nehmen und es nicht als Angriff deiner Person zu sehen und bleibe auf Augenhöhe und rutsche nicht in dich zusammen auf ein kleines Häufchen Elend. Gestehe dem anderen zu, dass er in einem Bereich sicher mehr Wissen hat als du, (Berufserfahrung nennt man das dann wohl), das qualifiziert ihn aber nicht dazu, sich generell vor dir aufzubauen und dich „klein“ zu machen. Und du musst das auch nicht mit dir machen lassen und vor allem: Hör nicht auf die Stimme im Kopf, die dir sagt, du wärst klein und zu nichts fähig! Diese Stimme war nie von dir, sie ist die Stimme, die dich von Außen als Kind erreicht hat! SIE ist Selbstboykott und Verräter deines wunderbaren Wesens und somit eine LÜGE!
Vielleicht verlierst du deinen Job, weil du dich nicht „anpasst“, aber vielleicht gewinnst du auch dadurch! Entweder ändert sich die Situation innerhalb der Arbeit oder du bekommst einen anderen Job, bei dem das Thema gar nicht mehr aufkommt, da du es für dich abgearbeitet hast und nichts mehr aus diesen Situationen lernen musst. Denn ich denke, es geht immer nur darum seine „Lektion“ zu lernen. Und die heißt für mich: Nicht der Blick des anderen auf dich ist entscheidend, sondern DEIN Blick auf DICH! LIEBE DICH SELBST! Und das heißt, zu sich zu stehen…immer!
Wandle deine Angst in Vertrauen in dich! Die Angst kam als Freund oder Wegweiser, dich erinnernd, dass du deinen Pfad verlassen hast. Den Pfad dich selbst zu lieben und dir zu vertrauen!
Auf das „Letzte Mal“!!!
Jetzt sind ein paar Tage vergangen, als ich das geschrieben habe und die Situation hat sich für mich tatsächlich sehr gebessert. Ich bleibe jetzt für mich stehen, egal was von rechts kommt 🙂 .
Allerdings habe ich heute auch gesehen, dass für das Büro eine Ganztagskraft gesucht wird und  es nicht ausgeschlossen ist, das ich meinen Job „verlieren“ werde.  Zuerst bin ich erschrocken, denn das Klima war jetzt richtig nett! Aber so glücklich bin ich da jetzt auch nicht, wenn ich doch die Kollegen sehr schätze, aber die Materie fällt mir schwer, weil auch die Einarbeitung nicht wirklich nachhaltig ist!
Und neulich habe ich sogar laut für mich gesprochen, mit dem Blick nach „oben“: Bitte holt mich hier raus… ich will mit meinen Karten glücklich werden und mein Geld damit verdienen, DAS ist es was mir Spaß macht! Ups..war wohl zu laut und deutlich! Aber wenn das Universum das mit dem „nicht Spaß machen“ verstanden hat, dann hat es auch das verstanden „das WAS mir Saß macht“!
Jetzt werde ich versuchen all den Widerstand einer neuerlichen Änderung, der in mir hoch kommt anzunehmen und es wie einen Fluss zu betrachten…irgendwann komme ich schon zum Meer!
Warum sollte ich an etwas festhalten, das mir nicht wirklich Freude bereitet, nur weil es Geld bringt?
So, jetzt ist vertrauen angesagt. Und wenn es jetzt für mich läuft, dann weiß ich, ob ich mit meinen Annahmen richtig gelegen bin, denn dann werde ich so einen Job nicht wieder bekommen! Und für die Zeit gilt: Fühlen was sich gut anfühlt und was nicht! Vertrauen in mich und das Leben…ich denke alles läuft nach Plan…
Die Moral von der Geschichte: Ich kann nicht um etwas bitten, um dann „Nein“ zu sagen, wenn eine alte Türe zu geht…denn dann ist die Neue Türe bereits mindestens einen Spalt offen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.