Verletzte Kinderseelen werden verletzte Erwachsenenseelen

….weil wir nie gelernt haben, mit unseren Gefühlen richtig umzugehen!

Ich weiß wovon ich spreche. Ängste! In einem Artikel habe ich geschrieben, das Angst ein Lügner ist. Ich muss das ein wenig korrigieren. Angst ist kein Lügner, aber sie tut so, als wäre sie riesig! Und das muss sie auch, wenn sie nicht gehört wird! Denn erst wenn sie richtig groß ist, bekommt sie vielleicht eine Chance!

Ängste begleiten mich schon ein Leben lang! Und mal ganz ehrlich…ist einer unter euch, der das nicht kennt? Wenn es jemanden gibt, der nie Ängste hatte, dann möchte ich ihn gerne kennenlernen, um von ihm zu lernen!
Aber letztlich habe ich selbst „gelernt“, damit umzugehen.
Ich kann mich an nur wenige Tage erinnern, ohne einen „Balken“ in meiner Bauchgegend zu spüren! Eigentlich war er fast immer da. Aber man lernt ihn einfach zu ignorieren.
Ängste werden nicht weniger, wenn man sie ignoriert. Es ist gerade so, als würde sie so lange anwachsen, bis du bereit bist, dir diese anzusehen!
Manche Menschen gehen in die Panikattacke, wie meine Mutter! Sie hatte nicht die Kraft, und die Angst vor der Angst zerstörte ihre letzten Jahre ihres Lebens! So sehr hätte ich mir gewünscht, zu wissen, wie ich ihr hätte helfen können! Wir probierten so ziemlich alles aus, was uns über den Weg lief. Akupunktur, Homöopathie, Beruhigungsmittel, Psychotherapie….was weiß ich noch…nichts half! Erst kurz vor ihrem Tod, konnte ich eine Art Erleichterung bei ihr spüren.
Ich weiß nicht, ob ich diese Ängste auch ein Stück von ihr übernommen habe, wie man so schön sagt, werden Ängste über Generationen auch vererbt. Aber wie auch immer. Bei mir sind sie bisher eigentlich latent immer dabei gewesen.
Die letzten Tage aber, merkte ich, wie sie immer mehr an Fahrt gewannen und regelrecht zu einer Welle wurden. Letzte Woche erreichte mich eine Angstattacke…Panik will ich nicht sagen, denn das war es Gott sei Dank nicht! Aber sehr massiv. So habe ich Jahrelang diese Angst immer nicht spüren wollen…ist ja auch wirklich nicht angenehm. Aber ich merkte, dass ich so nicht weiter komme, im Gegenteil…es wurde immer mehr.
Ich habe wieder angefangen, mich mehr nach Innen zu richten. Ich verbinde mich täglich mit meiner Seele, meinem Herz und dem höheren Bewusstsein…das Wort Gott mag ich nicht, einfach weil der Name schon zu oft missbraucht wurde. Jeden Tag und manchmal sogar mehrmals, lege ich mich hin und konzentriere mich auf mich und verbinde mich. Und schon nach ein paar Tagen, konnte ich mich tatsächlich wieder viel besser spüren!
Ja und dann war da diese Angst. Und nachdem ich es immer mit Ablehnung versucht habe und es nichts brachte, dachte ich mir, so habe ich es auch schon von anderen gehört, ist es vielleicht eine gute Idee, die Angst wie einen guten Freund einzuladen.
Das tat ich auch. Ich bat die Angst herein, in mein Herz. Ich sagte meinem inneren verletzten Kind, es solle einfach dazu kommen. Und dann umarmte ich diese kleine verletzte Kind und nahm die Angst ebenso in die Arme. Meine Seele stellte ich hinter mich, die mich sanft im rosafarbenen Licht einhüllte und mich mit all ihrer Liebe umgab! Das fühlte sich gut an. Ich hatte ein wenig Probleme, mir die Angst vorzustellen, damit ich besser mit ihr arbeiten konnte. Und so kam ein Bild von allein in mein Bewusstsein. Es war ein kleines schwarzes Wesen. Ja, klein! Und so konnte ich mir bildlich vorstellen, wie dieses Wesen neben meinem inneren Kind Platz nahm und ich die zwei, wie meine eigenen Kinder, ganz fest in die Arme nahm und einfach nur liebte. Bei dem schwarzen Wesen musste ich mir auch noch einmal helfen. Denn Liebe für etwas zu empfinden, das man eigentlich ja nicht will, ist nicht so ganz leicht. So stellte ich mir all die Menschen vor, DIE ich liebe und „übertrug“ das Gefühl von diesen Menschen auf dieses Wesen…das funktionierte! Und so gab ich so viel Liebe wie ich nur spüren konnte in diese Szene! Es dauerte eine ganze Weile, aber es fühlte sich viel besser an. Allerdings hielt das nicht den ganzen Tag an. So musste ich das 3 mal machen an dem Tag und ich tat es, denn ich hatte das Gefühl, dass das ganz wichtig ist! Und das war es auch!
Es vergingen ein paar Tage, 3 oder 4 in dem ich das immer wieder wiederholte, so oft ich Zeit hatte! Und auch Tagsüber verband ich mich über mein Herz mit meiner Seele.
Gestern, als ich dann auf dem Nachhauseweg war, ich war bei meiner Tochter, hatte ich wieder diese Ängste. Ich hatte Angst, dass mein Auto mich im Stich lassen würde, mein Geld nicht reichen würde, ach und noch eine ganze Reihe mehr. Das waren meine Gedanken, während sich ein fetter Balken zwischen Herz und Bauch schob und immer dicker werden wollte.
Aber dann passierte etwas, was man mit Worten kaum beschreiben kann! Ein Wort war über meinem Kopf, ja nicht in, sondern außerhalb von mir: Verlassens-Ängste! Ich zuckte ein wenig zusammen, wie wenn man was nicht verstanden hätte und darum bittet, es noch einmal hören zu dürfen. Und ich wiederholte dieses Wort laut für mich: Verlassens-Ängste! Und ich wollte mich gerade fragen, ob das sein kann, da hörte mein Herz auf zu wummern, und der Balken löste sich in Sekunden auf! Ja! In Sekunden! Ich war platt. Ich musste mich ja auch auf das Autofahren konzentrieren und wollte aber auch nicht versäumen, zuspüren, was da gerade vor sich ging.
Ich horchte in mich hinein….Verlassens-Ängste…das machte Sinn, auch wenn ich das so NIE gefühlt habe! Aber Angst vom Geld verlassen zu werden, Angst mein Auto würde mich im Stick lassen und die ganz kleinen „nebensächlichen“ Ängste…ja das passte. Und das die Angst einfach weg war und dieser Balken, der so drückte, ja auch, konnten einfach nur eine Erklärung sein, dass dieses Wort eine Art Schlüssel gewesen sein muss. Anders kann ich mir das alles nicht erklären!
Auch als ich heute morgen aufwachte, war ich sehr gespannt, was wohl passieren würde…ja und es passierte nichts! Kein Balken, ein wenig Angst, vielleicht so, wie wenn man nach einer Operation eine Narbe hat, die erst noch heilen muss. Oder aber, wie ich mir auch gut vorstellen kann, dass da auch noch andere Ängste sind, die genauso erlöst werden wollen. Ich hatte ja schließlich 53 Jahre Zeit zu sammeln 😉 ! Aber alles fühlt sich gerade gut an und auch die Angst vor der Angst ist zurückgewichen. Denn diese Erfahrung, seine Angst tatsächlich zu umarmen, festzustellen, dass da so ein kleiner Kummerhaufen vor einem steht und einfach nur bittet, hereingelassen zu werden, wie ein Bettler, der um Brot bittet, öffnet das Herz! Und es ist so einfach sie, die Angst, einzuladen und ihr einen Platz zu geben.
Als ich diese Verlassens-Angst nicht mehr spüren konnte, heute morgen, habe ich mich wieder mit meinem Herz, meiner Seele und meinem inneren Kind und natürlich mit der Angst (die jetzt keine mehr war) verbunden. Ja und es war viel heller und ich sah auch mein inneres Kind lächeln. Ich bat der Angst an, sie möge sich in meinem Körper einen Platz aussuchen und bleiben! Und ich fühlte plötzlich eine Art Kraft…es war als wenn ein Seelenanteil zurück in meinen Körper gekommen wäre, ich fühlte mich plötzlich wieder vollständiger! Ja schlecht, Worte…Worte sind einfach zu banal um so etwas zu beschreiben! Es ist wie ein inneres Leuchten, ein Verschmelzen…einfach ein Gefühl komplett da zu sein! Vom Gefühl würde ich sagen, wie eine Mutter, die ihr Baby für ein paar Stunden nicht gesehen hat und es dann wieder in den Armen halten darf…einfach Liebe!
Und jetzt merke ich erst wieder, wie sehr ich mich jahrelang „vernachlässigt“ habe. Ich bin ganz bewusst, viel in der Stille, weil in der Stille „hört“ man sich viel besser, als wenn ständig das Radio, der Fernseher (hab schon Jahre keine mehr) oder der PC läuft. Und diese Stille, meine Einkehr zu mir und meine Bereitschaft, mich auf die Angst einzulassen, hat in mir so viel ausgelöst, ja machte diese Erfahrung vielleicht erst möglich. Und jetzt verstehe ich erst richtig, was es heißt in jedem Gefühl ist ein Geschenk! Ja, das Geschenk, wenn du es annimmst, dich wieder vollständiger zu fühlen. Mit allem was du von dir getrennt gesehen hast, hast auch du dich von einem Teil von dir getrennt…das wird mir dabei immer klarer!
Wie kommen wir auf die Idee, es gäbe irgendwas, was wir nicht sind? Wir sind manchmal brutal, wir sind ungerecht, wir haben angst, sind traurig, wütend…und was es alles gibt…das einzige was wir tun müssen, ist es anzunehmen und diese Teile zu uns zurück zu nehmen…das ist : Liebe dich so wie deinen Nächsten. Sei gnädig mit dir, wie du zu einem sehr guten Freund wärst! Du bist dein bester Freund!
So hat sich für mich eine Lösung gezeigt aus Ängsten „herauszukommen“. Nun, Arbeit ist es. Es gibt wohl keinen Zauberstab, den man schwingen kann und dann ist alles wieder gut. Aber auch der Weg ist ein Geschenk. Jede Erkenntnis ist ein Geschenk! Aus der eigenen Kraft in die Kraft kommen!
Wie ich ja schon öfter geschrieben habe, sehe ich mir viele Webinare an, bei denen es darum geht, in seine Kraft zu kommen, wie auch immer. Und je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr, stelle ich fest, dass es hunderte, was sage ich, unbegrenzte Möglichkeiten gibt, sich aus der Misere zu holen…aber es ist und bleibt DEINE AUFGABE! SELBSTAUFGABE….geht in zwei Richtungen…sich selbst aufgeben oder die AUFGABE SELBST in die Hand zu nehmen! Ich glaube es ist eine Zeit angebrochen, in der wir voll und ganz unsere Verantwortung für unser Leben in die Hände nehmen dürfen, voller Liebe für uns selbst! Darin erkennen wir unsere Kraft, die wir haben, JEDER! Und jeder hat die Wahl…so soll es auch sein, denn alles hat auch seinen richtigen Zeitpunkt!
Ich habe dieses Wort: Verlassens-Ängste auch nur hören können, als ich bereit war mich für mich wieder zu öffnen und anzunehmen, mehr als nur dieser Körper zu sein. Nie im Leben, wäre ich auf die Idee gekommen, dass ich diese Art von Ängsten habe. Ich dachte ich habe all meine Szenarien gut überstanden, in denen ich „verlassen“ worden bin. War wohl doch nicht so!
Ich habe keine Angst mehr vor meinen Ängsten! Da ich weiß, mit jeder Angst, die in mir hoch kommt, und die ich zu mir einlade, ein Teil von mir zurück kommt, dass ich irgendwann nicht ertragen konnte. Jetzt kann ich es und es ist ein so wundervolles Gefühl sich wieder ein bisschen mehr Heil anzufühlen! Viele Gedankenkarusselle haben sich aufgelöst, ja ich denke auch anders! Vom liebevolleren Fühlen brauch ich gar nicht reden…denn da ist so viel mehr Liebe da für alles und jeden!
So das war ein langer Artikel, ich weiß, aber das Thema Angst ist so ein großes Thema und das ist eben nicht mit einer halben Seite abgetan! Ich widme diesen Text meiner Angst..diesem kleinen schwarzen Wesen, dass sich in ein Leuchten verwandelt hat und nun für immer bei mir bleiben kann, als ein erlöster Seelenanteil.

Falls ihr Erfahrungen gemacht habt, wie ihr Angst auflösen konntet, oder ihr mehr wissen wollt, wie das bei mir funktioniert hat, falls der Artikel nicht ausreicht, dann schreibt mir gerne. Für mich sind so viele Dinge vielleicht so selbstverständlich, die euch nicht klar sind oder ich sie nicht klar genug rüber gebracht habe. Wir sollten uns bei diesem Thema alle helfen, jeder jedem. Diese Angst braucht keiner mehr auszuhalten!
In tiefer Demut, das Geschenk hinter der Angst erkannt zu haben…eure Nicola
PS. Über das Thema Angst habe ich nicht wirklich Kärtchen gemacht, das es ein sehr „unpopuläres“ Thema ist! 😉 Aber vielleicht sollte ich doch die ein oder andere Karte machen..

2 Gedanken zu „Verletzte Kinderseelen werden verletzte Erwachsenenseelen“

  1. Hallo Nicola, wow ein wundervoller Text über die Angst. Als ich deinen Text gelesen habe, dachte ich du schreibst über mich. Ich habe 12 Jahre unter Panikattacken gelitten. Dieses schwarze Wesen, das du so liebevoll benennst, das war tagtäglich bei mir. Zu jeder Zeit. Heute geht es mir wunderbar. Deine Geschichte hat mich daran erinnert was ich schon für mich selbst getan habe. Die Verantwortung meiner Angst in die Hand genommen. Ich habe viel mit meinem inneren Kind meditiert und danach gemalt. Ich bin davon überzeugt, dass ich mich dadurch selbst therapiert bzw. geheilt habe.
    Heute bin ich unendlich dankbar für diese Erkenntnis mit der Angst umzugehen. Lernen sie zu fühlen und durchzugehen.

    Danke, für dein Sein und das liebevolle Schreiben. Das hat mich sehr berührt und angesprochen.

    Schön, dass es DICH gibt.

    Und die Idee mit deinen Karten ist wundervoll. 🙂

    Herzliche und sonnige Grüße
    Angela

    1. Liebe Angela,
      deinen Zeilen sind so wunderschön! Sich den Ängsten zu stellen, ist eine Herausforderung und man muss dran bleiben, das ist das Schwerste! Manchmal, wenn sie nicht aufhören wollen, aufzutauchen, möchte man allzu gerne das Handtuch schmeissen! Es sind so viele verschiedene Ängste und ich denke, sie kommen alle aus der Kindheit, zumindest der Ursprung! Wir haben einfach keine liebevolle Begleitung ins Leben, es ist eben Erziehung! Es freut mich sehr, dass auch du zu dir stehst und hier schreibst, und vielleicht auch noch dem ein oder anderen Mut machst, seinen Ängsten zu begegnen. Wege gibt es sicher so viele, wie es Menschen gibt! Ich danke dir von ganzen Herzen für deine so berührenden Worte!
      Und auch von ganzen Herzen grüße ich dich und ziehe meine Hut vor dir! Wunder-voll das es dich gibt! Nicola

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