Ein Fest für die Liebe

Die Liebe feierte ein Fest,
und dazu lud sie alle ihre Freunde ein.

Es war ein sehr gemischter Freundeskreis, der Zweifel, die Angst, das Elend und der Hass sollten bei diesem Fest herzlich willkommen geheißen werden. Und so schickte die Liebe die Einladungen an alle heraus und freute sich schon auf die wundervolle Begegnung, obwohl sie sich ja oft im Jahr begegneten.
Der Zweifel öffnete den Brief und tat was es tun musste…er zweifelte aber der Zweifel, wie er eben so ist, lies er sich überreden, zuzusagen.
Die Angst überlegte erst, ob es den Brief öffnen soll, doch öffnete sie mutig den Brief mit zittrigen Händen. Natürlich hatte sie Angst, vor all denen, denen sie begegnen würde, doch auch sie sagte schweren Herzens zu.
Das Elend wartete 5 Tage, bis es den Brief öffnen konnte, denn die Schwere der Entscheidung, dass da etwas Schlimmes drin stehen könnte, lies es nicht früher zu! Es war erleichtert, als es „nur“ eine Einladung zu einem Fest war. Und doch fragte es sich, was es denn da soll, wäre es doch sicher nicht erwünscht mit all der Last die es doch zu tragen hätte. Aber in der Hoffnung, dort ein wenig Bestätigung zu bekommen, wie sehr es doch leiden müsse, sagte auch diese zu.
Der Hass betrachtete den Brief voller Verachtung und wusste, dass sein Brief nur in böser Absicht zu ihm kommen konnte, hatte er schon den Briefträger vom Grundstück gejagt, der nur kurz innehielt um sein Brot aus der Tasche zu nehmen. Er lächelte hämisch und hatte schon eine Antwort auf der Zunge, bevor er überhaupt wusste, was in dem Schreiben zu lesen war. Er las die Zeilen, lachte laut und freute sich, dass er dort sicher jemanden finde würde, mit dem er seinen Hass teilen kann und sagte gerne zu.
Die Liebe war gerührt, das alle kommen wollten und fing mit all ihrer Liebe auch gleich an, dieses Fest vorzubereiten.
Endlich war es soweit! Die Liebe war ganz aufgeregt, nun alle ihre Freunde in ihrem Haus zu haben. Alles war vorbereitet und die Liebe setzte sich auf ihren Sessel und wartete freudig und geduldig auf das Eintreffen ihrer Gäste.
Es klingelte und der Zweifel stand vor der Tür. Es war verunsichert, ob es die richtige Tür war, ob es zu spät dran wäre und ob die Liebe sich sicher sei, dass es den Zweifel wirklich einladen wollte und dies kein Irrtum war! Die Liebe umschlang ihn sanft mit seinen Armen und drückte ihn sanft an sein Herz und versicherte ihm, dass alles genau so sei, wie es sein soll. Das beruhigte den Zweifel ein wenig. Doch schellte die Türglocke erneut und der nächste Gast, die Angst stand am untersten Treppenabsatz, vorsichtshalber, und wartete ängstlich darauf, dass sich die Türe öffnen würde. Sollte sie nicht lieber doch wieder gehen? Wer weiß, was sie dort erwarten würde!
So lies die Liebe den Zweifel kurz allein, der dann noch schnell in den Spiegel schaute, ob seine Frisur noch saß, er die richtige Kleidung an hatte und die Schuhe sauber waren….und fing an zu zweifeln, was auch sonst!
Die Liebe indessen, ging zur Türe, öffnete sie mit ihrem strahlenden Lächeln, hielt die Arme auf und bat die Angst doch die Treppe hoch zu gehen und endlich einzutreten! Auch die Angst wurde so herzlich empfangen, wie der Zweifel. Und kurz, für einen kleinen Augenblick, hatte die Angst keine Angst mehr! Die Liebe führte die Angst in den Festsaal, indem es sie sie liebevoll an die Hand nahm uns sie ein wenig führen musste, ging sie noch ein wenig widerwillig mit.
Die Liebe stellte sie einander vor, auch wenn sie sich nicht ganz fremd waren, aber weil die Angst ja vor allem Angst hat, konnte sie sich auf den Zweifel bisher nicht einlassen und der Zweifel war sich nicht sicher, ob sie der Angst vertrauen könnte. Doch bevor sie noch zu reden beginnen konnten, meldete sich der nächste Gast durch das Läuten an der Tür an. So lies die Liebe die beiden allein, um sich miteinander vertrauter zu machen um dem Elend die Türe zu öffnen.
Nun, das Elend hatte geklingelt, war die Stufen noch einmal nach unten gegangen und war dabei gefallen und hatte sich am Knie verletzt. Als die Liebe die Türe öffnete, weinte das Elend über den Schmerz und die zerrissene Hose und das es doch zu nichts zu gebrauchen wäre. Die Liebe nahm ein sauberes Tuch aus der Tasche, trocknete erst die Tränen, und verband dann die Wunde am Knie, während sie tröstende Worte für es fand. Dann nahm es das Elend in den Arm, drückte es fest an sein Herz und versicherte auch ihm, dass alles in bester Ordnung sei. Es schluchzte noch auf dem Weg in die Räumlichkeiten und hoffte, es würde noch andere Gäste finden, die sich so fühlten wie es selbst. Da standen sie nun, der Zweifel, die Angst,das Elend und die Liebe und machten sich bekannt.
Nun warteten alle nur noch auf den Hass. Die Angst schaute das Elend an und dachte nur, das es so nie werden möchte, während der Zweifel ganz nett schien. Das Elend schaute auf den Zweifel und fand ihn ganz sympathisch, wandte sich der Angst zu und stellte fest, das sie schon lange befreundet waren. Aber auch den Zweifel kannte das Elend schon aus früher Jugend, sie waren zusammen in die gleiche Schule gegangen!
Schnell ging die Liebe wieder zur Türe, als sich der letzte Gast durch ein ungeduldiges, mehrmalig wiederholtes drücken der Klingel ankündigte. Der Hass war da und er wollte, dass es auch alle wissen! Die Liebe öffnete die Arme und wollte den Hass gerade umarmen, als der Hass sie auf die Seite schob, sich an ihr vorbei drückte, um ins Haus zu kommen. Die Liebe lächelte den Hass an, schloss die Türe und wandte sich dem Gast zu. Nimm doch deinen viel zu warmen Mantel ab, hier ist es warm, du wirst ihn nicht brauchen, sagte die Liebe und der Hass antwortete, das es ihm immer kalt wäre und es keine Wärme gäbe, die warm genug wäre, ihn zu wärmen und fügte scherzhaft hinzu: „Vielleicht das Feuer in der Hölle“.
Nun konnte das Fest beginnen. Die Liebe hieß sie noch einmal alle herzlich Willkommen und geleitete sie an den Tisch und forderte sie auf, sich wie zu Hause zu fühlen und ausgelassen mit ihr zu feiern! So nahmen sie alle Platz an dem festlich gedeckten Tisch. Der Hass rutsche seinen Stuhl von den anderen weg, während sich die Angst und das Elend es sich nah beisammen bequem machten. Der Zweifel war noch unentschlossen, wählte dann den Platz neben der Liebe und der Angst.
Die Liebe forderte alle auf, sich doch vom Tisch zu nehmen, was ihr Herz begehrte. Der Hass, war der erste, der zu den Schüsseln griff und bediente sich großzügig und häufte seinen Teller voll, bis das Essen vom Tellerrand auf den Tisch viel! Es war ihm ja egal, ob die anderen auch noch etwas wollen. Sollten sie doch essen, was übrig war, das würde ihnen sicher auch reichen. Die Angst schloss sich gleich an, denn sie befürchtete, sie könnte leer ausgehen. Der Zweifel beobachtete beide, schaute auf die Liebe, die ihn wieder nur sanft anlächelte, und wartete darauf, dass die Liebe ihnen Einhalt gebieten würde. Dann überlegte der Zweifel, was es denn essen möchte, es wollte ja nicht dick werden, und es wusste ja auch nicht, ob es schmecken würde…Das Elend sah nur die schon vom Hass geleerten Teller und beschloss, daran zu leiden, dass es genau das hätte auch haben wollen…nun war davon nichts mehr da! Die Liebe sah das Elend und wusste sofort, was zu tun war. Sie ging in die Küche und holte noch mehr von den Köstlichkeiten und stellte sie sogleich auf den Tisch, vor das Elend. Das Elend fühlte sich schuldig, hatte doch die Liebe ihr Elend bemerkt, fing aber dennoch, mit feuchten Augen, an, sich zu bedienen. Nun waren alle versorgt mit allem was sie brauchten und wollten. Die Liebe aß nichts, denn sie war einfach nur glücklich über ihre Freunde und das gab ihr alles was sie brauchte.
Als sie alle satt waren fragte der Zweifel, was denn der Anlass dieses Treffens wäre, denn es gibt ja immer einen Grund für etwas, oder? Alle Augenpaare blickten nun die Liebe an und warteten auf die Antwort. Der Hass ergriff das Wort und meinte, dass die Liebe wohl Angst hätte, vor Einsamkeit und sie deswegen alle eingeladen hätte. Es würde ja auch nicht wundern, wenn die Liebe einsam wäre, vertraut sie jedem und das geht gar nicht..da wird man immer enttäuscht!
Die Angst spekulierte, dass sie, die Liebe, eine schlechte Nachricht haben könnte und alle zusammen gerufen hatte, um diese Nachricht zu verkünden. Das Elend zuckte gleich zusammen und fing an zu weinen über die ausstehende schlechte Neuigkeit! Der Zweifel schaute von einem zum anderen und dann ruhte der Blick auf der Liebe. Da erst fiel dem Zweifel auf, dass die Hoffnung gar nicht anwesend war! Was hatte das zu bedeuten? Und so fragte der Zweifel die Liebe, wo den die Hoffnung sei.
Und so fing die Liebe an zu sprechen:
Ihr seid meine Hoffnung! Dabei schauten sie alle in die Runde, ein jeder Blick begegnete sich mit fragenden Augen. Der Hass verschluckte sich gleich an der eigenen Spucke und hustete und prustete.
Nun fuhr die Liebe fort:“Wir waren einst alle die Liebe! Ja, Zweifel, du warst der Anfang. Du hast an mir gezweifelt und dachtest, du hättest einen besseren Weg, als den Meinen und bist ohne mich weitergegangen. Und als du mich verlassen hast, wurde dein Weg holprig und du bist hingefallen und hast dich verletzt. Als ich kam, um dich zu trösten, gabst du mir die Schuld, dass du hingefallen bist. Und weil du mich nicht haben wolltest, und anstatt mit mir, mit der Angst gegangen bist, habt ihr beide euren Weg gemeinsam beschritten. Ihr dachtet, ihr würdet ohne die Liebe weiter kommen. Oh ja, ihr habt es zu Geld gebracht und Ruhm, das ist wahr. Doch wie lange dauerte euer Glück an? Und als ihr gescheitert seid, fandet ihr auch gleich wieder einen Schuldigen…mich, die Liebe. Und von nun an habt ihr euch vor mir gefürchtet und mir all das angelastet, was ihr erleben musstet. So wurde die Liebe gefährlich und von da an , habt ihr einen Pakt mit der Angst geschlossen. Als die Angst euch überzeugt hat, dass ihr euch vor allem fürchten müsst, ja sogar vor euch selbst und euren Gedanken, war der Bund perfekt….fast perfekt. Denn nun, wo ihr euch vor allem fürchten musstet, kam der Hass vorbei und sagte euch, dass ihr doch so eine Welt nicht mögen könnt! Nein, so eine gewalttätige Welt, wo es einen gruselt, wo jeder nur schlecht ist, ja so eine Welt kann man nur hassen! Und alle habt ihr eingestimmt, ward euch einig, dass die Welt ein fürchterlicher Ort ist! Die Liebe ist ein Mythos geworden, verzerrt, als der Schuldige am Elend, ein Verräter, denn er hat eure Liebe verraten. Das habt ihr geglaubt.
Nun ist die Zeit gekommen, mich in Erinnerung zu bringen! Ich bin überall mit euch mitgegangen, hab euch begleitet und euch leise meine Worte des Vertrauens ins Ohr geflüstert, euch jeden Moment eingeladen. Ihr wolltet mich nur nicht hören! Nun, wo ihr seht, wo euch all die Gedanken der Zweifel, der Angst, des Elends und des Hasses euch hingeführt haben, wart ihr bereit, mich zu hören!
Ich, die Liebe, habe euch eingeladen, habe euch die Türe geöffnet und habe euch satt gemacht und es hat mich kein Opfer gekostet! Denn ich, die Liebe, kann nicht opfern, denn ich liebe! Ich kenne keine Zeit und ich kenne keinen Ort, an dem ich nicht sein kann. Ich habe einen Willen, ja, das habe ich und glaubt mir, ihr teilt diesen Willen mit mir! Er ist euch entfallen und ihr seid auf die Suche gegangen, wolltet etwas Besseres finden, als die Liebe…habt ihr das?
Ihr habt das Leben vergessen, das Leben, das euch liebt und das ihr liebt. Dort ward ihr glücklich und sicher und jeder Mensch und jedes Tier war euch ein Freund! Heute habe ich euch eingeladen, euch mit mir zu versöhnen, mir zu vergeben, was ich nicht getan habe. Wollen wir ab heute die Welt wieder zu einem Ort der Liebe machen? So wie er einmal war, so wie der Himmel himmlisch ist? So bleibt bei mir, bis zum Eintreffen des Vertrauens, das uns versichern wird, das die Liebe die einzige Kraft ist, die etwas bewirken kann. Und so saßen sie alle am Tisch, schauten etwas verschämt in den Boden, ahnten sie doch, dass die Worte, die die Liebe gesprochen hatte, sehr wahr waren! Und noch einmal öffnete die Liebe die Türe und das Vertrauen trat ein, still und friedlich und umarmte die Liebe inniglich. Dies war der Augenblick der alle Anwesenden von der Vergangenheit befreite. Dem Hass fiel der Stein aus seinem Herzen und ihm wurde endlich wieder warm, so nahm er das Elend, die Angst und den Zweifel in seine Arme und bat sie alle um Vergebung, da er nun erkannte, dass er und sie niemals etwas anderes als Liebe waren! So könnten wir von dieser Geschichte lernen, dass Liebe die einzige Antwort sein kann, das der Zweifel an ihr, uns in die Irre führt und wir uns nicht mehr dem Zweifel hingeben, denn mit ihm beginnt das Vergessen der Liebe!
So lernen wir wieder liebevoll denken, dann liebevoll handeln und es wird sich wie ein großes Lichtermeer ausbreiten, von dir in alle Welt. Berührst du einen, wird er zwei berühren und diese zwei werden 4 berühren…Somit hast du, indem du einen mit Liebe berührt hast, die ganze Welt berührt! Verstehst du nun, warum du so wichtig bist?
Für alle die daran zweifeln, dass sie in dieser Zeit hier sind, um die Veränderung zu bewirken, die wir uns alle wünschen!
Ich, die Liebe habe alle eingeladen! In jeden Moment lade ich dich ein, mit Liebe zu schauen! Du bist nicht vergessen ebenso wenig, wie es die Liebe ist! Die Liebe ist die Befreiung von aller Angst, aller Unsicherheit und führt uns sicher auf unserem Weg. Vertrauen in sie, die Liebe, gibt uns noch mehr Vertrauen. Nur eine kleine Weile musst du vertrauen, um zu bemerken, dass dies die einzige Antwort ist, die du geben willst, weil es die Antwort ist, die du haben möchtest! Und du wirst die Antwort bekommen, die du gegeben hast! Dies wirst du erfahren, wenn du dich auf die Liebe einlässt und du wirst es nicht mehr anders wollen. Das versichere ich dir!
 

Hier kannst du die Geschichte hören, von Kai Brenner (Kanal: Per du mit dem Leben) liebevoll vorgelesen! An dieser Stelle noch einem ganz herzlichen Dank an dich, lieber Kai!  https://www.youtube.com/watch?v=MpU7pekw8n4

Von ganzem Herzen deine Nicola

6 Gedanken zu „Ein Fest für die Liebe“

  1. Eine so wundervolle Erzählung , hab ich glatt heulen müssen! Mein Herz ist immer noch ganz aufgeregt vor Freude! Es ist schön und beruhigend zu sehen, daß wir nicht alleine sind, um den Menschen den kleinen Schubser, zu Ihrer inneren Liebe, zu verpassen! Danke schön 🙂 Olli

    1. Hallo lieber Olli! Es freut mich so sehr, dass die Geschichte dich so sehr im Herzen berührt hat! Mit einem weichen Herz seinen Tag zu begehen, bringt allen Freude, denn wo Liebe geteilt wird, wird sie mehr! Und der Gedanke, einen zu berühren, dass er ausgeht um 2 zu berühren, bis die ganze Welt umarmt ist, erzeugt ein Leuchtfeuer in meinem Herzen! Danke dir, das du deine Freude über meine Geschichte mit mir teilst! Von ganzem Herzen Nicola 🙂

    1. Danke dir liebe Brigitte! Und ja, ich finde sie selbst auch so schön! 🙂 Und gut das Kai Brenner die Geschichte für mich vorgelesen hat…jetzt haben sie noch viel mehr Menschen gehört und durften sich berühren lassen! Ganz herzliche Grüße Nicola

  2. Diese Geschichte ist großartig!!!
    Hat mich sehr berührt ❤️
    Ja, nur die Liebe bringt uns weiter, dann kommen Frieden, Freude, Leichtigkeit automatisch zum Freundeskreis 🌈🙏

    1. Liebe Angelika, danke für deine schöne, inspirierte Antwort! Das “berührt werden” ist das schönste Geschenk, denn es geht ganz und gar in einen hinein…ins Herz..da wo wir zu Hause sind!

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